Einblick in St. Damian und Hugo Bruchsal

Zur heutigen Hofkirche gehören gut 2600 Katholiken, die mit fünf weiteren Kirchen die Seelsorgeeinheit St. Vinzenz bildet, zu der rund 11.000 Katholiken zählen.

Im Jahr 1720 verlegte der damalige Fürstbischof von Speyer, Damian Hugo Graf von Schönborn seine bischöfliche Residenz von Speyer nach Bruchsal. Damit war auch der Startschuss für die dazugehörige Prokathedrale gegeben, in der Damian Hugo persönlich bereits am Weihnachtfest 1726 den ersten Gottesdienst feierte. Nicht von ungefähr sind seine Namenspatrone auch Namensgeber für dieses barocke Kirchengebäude, das im Laufe der folgenden Jahrzehnte prächtig ausgestattet wurde.

Dem Bombardement der Alliierten fielen am 1.3.1945 nicht nur Hofkirche und das gesamte Schlossareal zum Opfer, sondern auch 80 Prozent der Stadt Bruchsal. Erst am 8.3.1970 wurde die Hofkirche in ihrer heutigen Form neu konsekriert, wobei Architekt Lothar Götz mit den Verantwortlichen bemüht war, die neuen liturgischen Möglichkeiten angemessen zu berücksichtigen. Besonders ins Auge fallen neben der zentralen Position der Altarinsel die in Weiß und Gold gehaltenen modernen Kreuzwegstationen von HAP Grieshaber (1909-1981), die 1970 eingeweiht wurden. Im gleichen Jahr wurde auch das wuchtige Bronzekreuz im Altarraum aufgestellt, das Fritz Wotruba (1907-1975) gestaltet hat.

Pendant zum Hochaltar war bis zum Krieg die Orgel. Während der Altar dann in die Mitte rückte, behielt die Orgel ihren angestammten Platz. Das aktuelle Instrument stammt (wie das der Stadtkirche) von der Ludwigsburger Orgelbaufirma Walcker. Es wurde 1969 gebaut und verfügt über drei Manuale und 35 klingende Register.

Die Kirche bietet heute Platz für rund 500 Gläubige und wird gerne für Aufführungen verschiedenster Art genutzt. Dazu gehören der Hofkirchenchor ebenso wie die Schlossspatzen. Angebote für Kinder und Jugendliche bieten die Ministranten und die Katholische Stadtjugend KSJ.
Der Familienkreis bzw. der Familientreff lädt in unregelmäßigen Abständen zu Begegnung und Austausch ein. Da der Pfarrsaal neben der Hofkirche inzwischen in die Jahre gekommen ist, trifft sich das Altenwerk St. Vinzenz im Vinzentiushaus.

Unweit der Kirche befindet sich der Kindergarten St. Michael, der 1956 errichtet und 1994 umfassend saniert wurde. Dort betreuen heute 15 Erzieherinnen in 4 Gruppen bis zu 94 Kinder.