Einblicke in St. Josef

Die Gemeinde St. Josef liegt im Nordwesten Bruchsals. Sie umfasst rund 1300 Katholiken und bildet mit fünf weiteren Kirchen die Seelsorgeeinheit St. Vinzenz, zu der rund 11.000 Katholiken gehören.

Das einst gering besiedelte Stadtviertel erlebte in den Aufbaujahren nach dem 2. Weltkrieg großen Zuwachs. Durch Schaffung von neuem Wohnraum und aufgrund der Nähe zu neuen Industriebetrieben, die Mitarbeiter suchten, siedelten sich viele junge Familien hier an.

Aus diesem Grund musste auch die Notkirche, die die Notkapelle provisorisch ersetzt hatte, erneuert werden. Nicht zuletzt dem großen Engagement der Gläubigen und der damaligen Geistlichen ist es zu verdanken, dass eine neue Kirche errichtet werden konnte. Seit dem 15.10.1965 ist St. Josef eine eigene Pfarrei; zeitgleich konnte auch das neu errichtete Pfarrhaus bezogen werden.
Am 1.5.1966 wurde die Kirche feierlich konsekriert. Als Nebenpatrone wurden der heilige Vinzenz von Paul sowie die heilige Elisabeth von Thüringen ausgewählt.

Die Kirche, die rund 570 Gottesdienstbesuchern Platz bietet, erinnert mit ihrer Dachform an ein Zelt. Damit wurde bewusst eine Stelle aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung aufgegriffen, die auch die Urkunde einleitet, die im Grundstein eingemauert wurde. Im Buch der Offenbarung heißt es in Kapitel 21,3:
      „Siehe, das Zelt Gottes unter den Menschen! Er wird unter Ihnen wohnen. Sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird unter ihnen sein als ihr Gott.“

Diese Verheißung, für die die Bibel auch die Bilder von einem neuen Himmel und einer neuen Erde verwendet, lenkt den Blick von der Vorläufigkeit der irdischen Welt hin auf die ewige Heimat, das himmlische Jerusalem. Diesen Perspektivenwechsel deuten auch die Fensterfronten an, die vom Karlsruher Kunstmaler K.J. Overkott entworfen wurden.

Die Glasfront auf der Südwestseite symbolisiert die himmlische Stadt Jerusalem. Im letzten Kapitel im Buch der Offenbarung (Kapitel 21,2) wird diese Stadt, in deren Mitte Gott selbst wohnt, als goldene Stadt beschrieben. Sie hat 12 Tore und ist mit vielen Edelsteinen geschmückt. Diese Stadt leuchtet in St. Josef in grüner Farbe, der Farbe der Hoffnung. Darin kommt zum Ausdruck, dass am Ende der Zeit der Mensch vom Glauben zum Schauen gelangt. Das ist möglich, weil er in die Herrlichkeit Gottes eintritt. Oder wie es die Offenbarung formuliert: Er wird im himmlischen Jerusalem „Mitbürger der Heiligen und Hausgenosse Gottes“.
Auf der Nordostseite versinnbildlicht die Komposition das Mysterium der Osternacht. In das tiefe Violett der Karwoche stürzen Fluten einen überirdischen Sonnengelbs, die das glühende Rot der Wundmale Christi und das Dunkel des Grabes unaufhaltsam zurückdrängen. Dieses Licht der Erlösung kann nicht mehr ausgelöscht werden. Es ist stärker als alle Dunkelheiten unseres Lebens, ja sogar stärker als der Tod.

Einen weiteren Blickfang bildet die zweimanualige Orgel, die über 28 klingende Register verfügt. Sie wurde 1966 von der Orgelmanufactur Vleugels gebaut, die im nordbadischen Hardheim ansässig ist.

Neben denMinistranten und demAltenwerk gibt es die Musikgruppe Prisma , die Gottesdienste in St. Josef sowie in der Seelsorgeeinheit mitgestaltet.
Darüber hinaus nutzt die Rum-Orthodoxe Gemeinde gerne den Kirchenraum für regelmäßige Gottesdienste.

Seit 2014 befindet sich direkt neben der Kirche der neue Kindergarten St. Josef. Da der Vorgängerbau in der Werner-von-Siemens-Straße in die Jahre gekommen war, nutzte man die Gelegenheit und errichtete einen Neubau in der verkehrsberuhigten Nachbarschaft von St. Josef. Dort betreuen heute 18 Erzieherinnen in 6 Gruppen bis zu 112 Kinder.

Gerne genutzt für Feiern und Veranstaltungen werden die Räumlichkeiten des Pfarrzentrums unter der Kirche. Für Anfragen oder Reservierungen wenden Sie sie bitte an unseren Verantwortlichen.