Einblicke in Unsere liebe Frau

Die Gemeinde „Unsere Liebe Frau“ liegt unweit vom Rathaus im Herzen Bruchsals. Zu ihr gehören knapp 800 Katholiken, was sie zur kleinsten der sechs Gemeinden macht, die zusammen die Seelsorgeeinheit St. Vinzenz  mit rund 11.000 Katholiken bilden.

Als in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts im damaligen Talgrund der Königshof „Bruochsella“ innerhalb einer Wehrmauer angelegt wurde, umfasste dieser neben verschiedenen Gebäuden auch eine Kapelle, die der Jungfrau Maria geweiht war. Dieser Bau, dessen Fundament wohl Spuren einer noch älteren Vorgängerkapelle enthält, musste einer gotischen Kirche weichen, die von 1447-1470 errichtet wurde. Nach den Bränden von 1676 und 1689 wurde die Kirche „Unsere Liebe Frau“ zunächst nur notdürftig repariert. Erst 1716-1723 wurden Chor und Langhaus wieder eingewölbt und mit neuen Dächern versehen. In der Folgezeit wurde auch das Innere der Kirche angemessen ausgeschmückt, dessen Glanzstück der barocke Hochaltar mit der Himmelfahrt Mariens bildete.

Die heutige karge Ausstattung der Kirche ist nicht zuletzt dem Bombenangriff vom 1.3.1945 geschuldet, der 80 Prozent der Stadt in Schutt und Asche legte. Es vergingen rund 11 Jahre, bis auch die Stadtkirche wieder aufgebaut war. Dabei konnte man zumindest im Chorraum an Überreste anknüpfen und das gotische Netzgewölbe wieder herstellen. 1958 wurden die Arbeiten am Turm abgeschlossen. In den Folgejahren kamen von Benedikt Schaufelberger der Kreuzweg in Freskomalerei dazu und von Emil Sutor (1888-1974) die Figuren der Seitenaltäre sowie die Mariendarstellung über dem Hauptportal. Die Arbeiten zur Anpassung des Altarraums an die neuen liturgischen Vorgaben wurden 1977 abgeschlossen. Bereits 1970 wurde der neue Volksaltar nach einem Entwurf von Theo Diel (1927-2015) errichtet. Seither trifft sich auch in der von außen zugänglichen Seitenkapelle die Schönstattgruppe regelmäßig zum Rosenkranzgebet.

Die Kirche bietet heute rund 500 Gottesdienstbesuchern Platz und wird gerne für Aufführungen und Ausstellungen verschiedenster Art genutzt. Die dreimanualige Orgel wurde 1955 von der Ludwigsburger Firma Walcker erbaut. Sie verfügt über 40 Register und wurde 2012 von der Firma Seifert (Kevelaer) renoviert.

Gerne nutzen kirchliche Gruppierungen das Vinzentiushaus direkt gegenüber der Stadtkirche, das 1999 an der Stelle des ehemaligen Pfarrhauses errichtet wurde. Es erinnert mit seinem Namen an die Ordensgemeinschaft der Vinzentinerinnen, die über 130 Jahre lang in Bruchsal v.a. in der Krankenpflege sehr segensreich tätig waren.

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