Vortrag mit Prof. Dr. Klaus Berger

Kategorie
Aktuelles
Datum
2019-04-11 19:30 - 21:00
Veranstaltungsort
Vinzentiushaus

Gespräch mit Prof. Klaus Berger am Donnerstag 11. April 2019 um 19:30 Uhr im Vinzentiushaus.
Im Rahmen der Ausstellung „Bis an die Grenzen der Erde“ spricht Professor Klaus Berger 

Wie war es möglich, dass diese kleine Sekte der Christen in so kurzer Zeit zu einer Weltreligion mit 2,25 Milliarden Menschen werden konnte?
Kann man daraus für heute etwas lernen? 

 Von Klaus Berger gibt es ein Buch mit dem Titel „die Urchristen“, in dem er dieser Frage nachgegangen ist. „Ich denke Jesus selber hat dafür die Grundlage gelegt, indem er einen neuen Bund gestiftet hat, sagte er einmal in einem Interview. Klaus Berger ist nicht nur ein Kenner des frühen Christentums, sondern aufgrund seiner Sprachkenntnisse (aramäisch, syrisch, koptisch und arabisch) auch des gesamten Umfeldes. Die faszinierende Frage bleibt trotzdem, wie aus ein paar Fischern und gut, nehmen wir den gebildeten Paulus ruhig hinzu, ein Milliardenvolk entstehen konnte. 

„Das frühe Christentum hat sich durchgesetzt, weil es den Glauben an den menschlichen Gott verbunden hat mit der intensiven Zuwendung zu den Menschen“ Dafür gibt es konkrete Bei-spiele im Diognetbrief, der in der Ausstellung nachzulesen sind: die Kinder wurden nicht ausgesetzt, die Frauen waren keine Sache, Kranke und Heimatlose hat man besucht und auf-genommen… 

Das war sicherlich ein Grund, zugleich klingt dies alles furchtbar moralisch gut und gerne reduziert man das Christentum auf diese Moral. Wenn wir ein Blick auf die Verleugnung Petri werfen oder in paulinischen Briefen an die Korinther nachlesen, versteht man, dass es nicht die Moral war, was diese Dynamik auslöste. 

Was aber dann? Müssen wir uns weniger mit der Vergangenheit, sondern eher mit taktischen Überlegungen und Pläne über die Zukunft beschäftigen? Die Antwort darauf gab mir Profes-sor Berger in einer Mail mit einen Satz des hl. Hieronymus: „Lache nicht vorschnell über jemanden, der einen Schritt zurückgeht. Er nimmt vielleicht nur Anlauf.“ 

Professor Berger nannte in einem Interview einen anderen Aspekt: 

„Das Entscheidende am Glauben ist - die Unsichtbarkeit Gottes auszuhalten, dass man sich an ein Gegenüber bindet, das man nicht sieht und in der Regel nicht wahrnimmt, das wie ab-wesend scheint und - die anderen Christen auszuhalten, die angeblich die Brüder und Schwestern im Glauben sind, aber das ist halt wie in einer Familie, wo man einander nicht loswird.“ 

Herzliche Einladung zu diesem Vortrag und einem nachfolgenden Gespräch mit ihm. Hubert Keßler Kulturinitiative e.V

 
 

Alle Daten

  • 2019-04-11 19:30 - 21:00

X

Rechts Klick!

Leider können Sie dieses Bild nicht speichern!