St. Peter Geschichte Teil 2

  1. Das Äußere der Peterskirche

Die Peterskirche mit ihren beiden dreistöckigen, mit hochstrebenden Helmen gekrönten und an den Kreuzspitzen 58 m hohen Türmen fällt jedem schon von weitem ins Auge. Am Hang bei dem Eingang zum Friedhof gelegen, überragt sie die Dächer der Stadt und gibt deren Gesamtbild einen besonderen Reiz. Ihre Mauern aus grauem Kalkstein passen gut zu den Gräberfeldern, die sich nach Süden und Westen ausbreiten.

Die Hauptfassade ist nach drei Seiten gewendet und durch Fenster, Gesimse, Pilaster und Voluten gegliedert. Die etwa 70 Ztr. schwere Statue des hl. Petrus, von dem Münchener Bildhauer de Rousseau angefertigt, schmückt seit 1864 die Nische der Ädikula im mittleren Giebelfeld, das mit dem Kreuz und zwei Flammenvasen oben abschließt. Die beiden Obelisken auf niedriger Attika geben dem ganzen Giebel den seitlichen Rahmen.

An den Wänden des Querhauses sieht man noch die Strebepfeiler, im Mauerwerk der Südostecke Reste der Spitzbogenfenster sowie des um das ganze östliche Querhaus herumlaufenden Hauptgesimses aus gelbem Sandstein, die von der gotischen Kirche übrig geblieben sind. Am nördlichen Sockel des Langhauses, links neben dem Haupteingang sind die um 1758 gebräuchlichen Längenmaße in Zoll und Fuß eingemeißelt.

 

  1. Der Hochaltar der Peterskirche

Der Hochaltar mit Tabernakel ist das Herzstück der Kirche. Auf dem gutgegliederten Sockel stehen sechs schlanke, mit vergoldetem Schnitzwerk verzierte Säulen, miteinander verbunden durch einen ornamentgeschmückten Fries und mehrstufigen, kräftigen Sims, der eine elegant geschwungene Krone trägt. Darunter zeigen Engel das umgekehrte Kreuz des hl. Petrus. In der Gestaltung würdevoll, doch anmutig in seinem gelockerten Aufbau, steht der Hochaltar beherrschend in dem hellen Chorraum. Altarstufen, Sockel und Mensa sind aus Marmor; der ganze Aufbau von der Säulenbasis an bis zum Kreuz ist aus Holz. Die Marmorierung der Holzteile ist so gut geglückt, dass die Augen keinen Unterschied erkennen. oberhalb des Tabernakels breitet ein Pelikan seine Schwingen über das Nest der Jungvögel, wie das Lamm ein eindrucksvolles Symbol für Christus, der sein Blut und Leben für uns hingab: denn von diesem Vogel berichtet die Sage, dass er, wenn er kein Futter mehr findet, sich mit dem Schnabel die Brust aufpickt und die Vogelkinder mit seinem eigenen Blut ernährt.

Der Hochaltar, spürbar eine Schöpfung Balthasar Neumanns, muss 1748 vollendet gewesen sein, da das Altarbild mit der "Schlüsselübergabe an Petrus" von Lothar Ignaz Schweikart aus diesem Jahr stammt. Schweikart  ist 1702 geboren und wurde am 17. November 1747 mit seiner Gattin Maria Eva Franziska geb. Fleck im Kirchenbuch der Bruchsaler Stadtpfarrei erstmals erwähnt. Er wohnte in der Bruchsaler Hofpfarrei und hatte 14 Kinder. Am 17. Januar 1779 starb er und wurde auf dem Friedhof von St. Peter beerdigt. Seine Frau starb am 26. April 1788 im Alter von 66 Jahren. Lothar Ignaz Schweikart führte den Titel Kammerdiener und hat auch am Corps de Logis im Schloss gearbeitet, sowie ein Portrait Huttens gemalt.

Die "Faß- und Verguldtung des hohen Altars" führte Franz Ulrich Brandmeier laut Vertrag vom 23. April 1748 für 800 Gulden und eine halbe Ohm Branntwein aus.

Die Holzstatuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus von Johann Adam Virosteck wurden 1756 zwischen den Säulen aufgestellt.