Katholische Seelsorgeeinheit St. Vinzenz Bruchsal - Guten Abend

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Wir machen mit!

Lichter der Hoffnung 300Das „Licht der Hoffnung“ soll auch bei uns leuchten. Neben brennenden Kerzen werden um 19 Uhr die Glocken unserer katholischen und evangelischen Kirchen läuten und >> zum Gebet (etwa dem Angelus), einer kurzen Besinnung oder dem Anzünden einer eigenen Kerzen einladen.
...unsere ersten Eindrücke von Bruchsaler, die gemeinsam hoffen und beten...

 

Gedanken zum Palmsonntag von Pfarrer Ritzler

Liebe Gemeindemitglieder!

Auch für dieses Jahr hatten wir ihn „gebucht“, den kleinen Esel Leopold. Die letzten zwei Jahre war er der heimliche Star des Gottesdienstes an Palmsonntag. Er schien die vorsichti­gen Streicheleinheiten der Kinder im Vorfeld ebenso zu genießen wie den Einzug in die Kirche. Schließlich hatte ein Artgenosse von ihm damals keinen geringeren als Jesus durch die Straßen Jerusalems getragen. 

Als ich im vergangenen Jahr so neben Leopold herlief, habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, auf ihm zu reiten. Ich habe es nicht ausprobiert, aber mir wurde doch klar: Das ist ohne Sattel nicht sehr bequem. Und es wirkt auch sehr bescheiden. Darum reiten „normale“ Könige auch nicht auf einem Esel, sondern auf einem Pferd – oder sitzen in einer Kutsche. Aber war Jesus ein normaler König? Er war es eindeutig nicht – und das von Anfang an. Er, der Sohn Gottes, wird in einem Stall geboren, arbeitet viele Jahre als Handwerker, zieht dann als Prediger ohne festen Wohnsitz durchs Land, muss das Letzte Abendmahl in einem angemieteten Raum feiern, bevor er verhaftet, wie ein Schwerverbrecher ausgepeitscht und grausam ans Kreuz genagelt wird. Was soll daran königlich sein? 

Vielleicht die innere Haltung, mit der er das alles ertrug? Oder die göttliche Aura, die ihn umgab? Oder eher seine radikale Art, für Versöhnung unter den Menschen und mit Gott, für echte Gewaltfreiheit und Mitmenschlichkeit einzutreten? Weihbischof em. Paul Wehrle schreibt im aktuellen Konradsblatt, dass wir uns dem Geheimnis Jesu „nur pendelnd vom Einzelnen zum Ganzen – und vom intuitiv erfassten Ganzen zum Einzelnen hin“ annähern können (S. 22).

In der Tat: Wir können die Tiefen Jesu nur stückweise erfassen, und nicht nur die Karwoche, auch Heilige Woche genannt, lenkt unseren Blick auf die vielen Facetten seiner Person: Mal staunen wir über seine Göttlichkeit, etwa als er vor den Augen seiner Jünger verklärt wird. Dann wieder bewundern wir seine Menschlichkeit, als er die Ankläger der Ehebrecherin mit der einfachen Frage entwaffnet: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ 

Mal wird Jesus als Friedensbote und Messias gefeiert, der als demütiger König auf einem Esel reitet. Dann wieder wird er wie ein Verbrecher verurteilt, ausgepeitscht und mit Dornen (!) gekrönt. Mal sehen wir sein Ringen mit Gott und möchten wie er rufen: „Mein Gott, wo bist du? Warum hast du mich verlassen?“ Dann wieder spüren wir seinen tiefen Glauben und lassen uns anregen, mit ihm zu beten: „Mein Gott, in deine Hände lege ich mein Leben, mein Leid, meine Not!“ 

Ja, Jesus ist ein paradoxer König: Geschunden – und doch stark und würdevoll. Ohnmächtig ausgeliefert – und doch machtvoll-souverän, wenn er im Todeskampf dem reumütigen Sünder verspricht: „HEUTE noch wirst du mit mir im Paradies sein.“  Der römische Hauptmann, der das miterlebt, kann nicht anders als zu sagen: „Wahrhaft, dieser Mensch war Gottes Sohn.“ 

Leider können wir in diesem Jahr nicht einfach den Liturgien der Heiligen Woche und ihren Facetten folgen, uns von ihren Texten sowie der Gemeinschaft mit anderen mitnehmen lassen, um innerlich den Weg Jesu mitzugehen. Wir sind in gewisser Weise auf uns selbst gestellt! Die Corona-Epidemie ist für uns alle eine echte Herausforderung. Eine junge Frau meinte dieser Tage: „Eine Karwoche ohne Gottesdienste ist für mich wie Tomatensalat ohne Tomaten!“ Und sie hat Recht! 

Doch steckt in der aktuellen Situation nicht auch eine Chance? Etwa indem wir überlegen, wie wir daheim als Hausgemeinschaft oder als „Hauskirche“ die Karwoche gestalten können? So nannten sich die Versammlungen der ersten Christen, als es noch keine Kirchen gab. Sie haben sich in ihren Häusern versammelt und miteinander gebetet; sie haben Psalmen und Lieder gesungen und die Heiligen Schriften gelesen – haben ihren Glauben kreativ gelebt. 

Konkret: Vielleicht finden Sie ja Zeit, eine Kerze anzuzünden und in aller Ruhe eines oder beide Evangelien des Palmsonntags laut vorzulesen (Mt 21: Der Einzug bzw. Mt 26,14 ff.: Die Passion). Und sich zu fragen oder darüber auszutauschen: Welche Stelle rührt mich an? In welcher Person finde ich mich wieder? Was hätte ich zu den Umstehenden oder zu Jesus gesagt, wenn bei ich seinem Leidensweg dabei gewesen wäre? 

Papst Franziskus hat auf dem Petersplatz in seinem einsam-eindrücklichen Gottesdienst von „ohrenbetäubender Stille“gesprochen, die uns aktuell umgibt. Wie gehe ICH mit ihr um? Blende ich sie aus und lenke mich ab – oder lasse ich sie zu mir sprechen? 

Nutze ich Stille und Gebet, um innezuhalten und mich dem Blick Jesu auszusetzen? Dem Blick des göttlich-menschlichen Königs, der sich nichts sehnlicher wünscht, als dass seine Liebe auch mein Herz berührt? 

Für eine besinnliche Heilige Woche grüßt und segnet Sie herzlich, 

pfarrer dr benedikt ritzler

Ihr Pfarrer Benedikt Ritzler

PS: Die Stadtkirche und die Hofkirche sind unverändert tagsüber offen und laden ein zum Verweilen und zum Gebet. Und Sie finden auf unserer Homepage www.se-bruchsal.de Hinweise zu den GOTTESDIENSTÜBERTRAGUNGEN sowie zu den HILFSANGEBOTEN, wenn Sie selbst nicht einkaufen können.

Weitere HINWEISE

  • Gerne nehmen wir auch weitere Personen in unseren Email-Verteiler auf, über den aktuell anstelle einer Predigt und des Pfarrbriefs das „Wort zum Sonntag“ verschickt wird. Dazu reicht eine kurze Email mit der Bitte um Aufnahme in den Verteiler an: .
  • Informationen zu Gottesdienstübertragungen (auch zu einer kurzen nicht-öffentlichen Osterliturgie am Ostersonntag um 10 Uhr aus unserer Peterskirche) finden Sie auf unserer Homepage www.se-bruchsal.de 
  • Die Glocken der katholischen und evangelischen Kirchen unserer Stadt laden unverändert um 12 h und um 19 h ein zum Entzünden einer Kerze und zum persönlichen Gebet. Und sie erinnern an den Sonntagen um 10 Uhr an die nicht-öffentlichen Gebete und Gottesdienste ihrer Seelsorger.
  • Aktuell sind die Stadt- und die Hofkirche TÄGLICH von 9-17 Uhr geöffnet und laden ein zu Besinnung und Gebet.
  • Am GRÜNDONNERSTAG, KARFREITAG und am OSTERSONNTAG sind auch St. Anton, St. Josef, St. Paul und St. Peter von 13-17 Uhr zum persönlichen Gebet geöffnet. In ALLEN Kirchen brennt am Ostersonntag die Osterkerze, so dass Sie das Licht der Osternacht mit nach Hause nehmen können. In allen Kirchen können kleine Osterkerzen an den Opferkerzenständern erworben werden.
  • Unverändert sind durch den Corona-Virus besonders gefährdete Menschen (Risikogruppen) gebeten, Ihre Wohnung nicht zu verlassen und zum eigenen Schutz für ihre Einkäufe die Hilfe anderer zu nutzen. Dabei helfen gerne die „Einkaufshelfer“ des Malteser-Hilfsdienstes 
    (Tel. 07251 – 300 500), die Ministranten von St. Anton (Tel. 0176 – 8840 6279) sowie der Hofkirche und von St. Peter (Tel. 07251 – 931 820).

VORSCHLÄGE für kurze Hausandachten der Kartage aus dem Gotteslob

Gründonnerstag
Lied 281 / Andacht 675,6-9 (und/oder 676,1+2) / Lied 282

Karfreitag
Lied 290 / Andacht 675,3 / Lied 294 (und/oder 683: Kreuzwegandacht mit Liedern)

Ostern
Lied 796, Andacht 675,4 / Lied 801

Buchtipp des Monats

gott ist bequemGott ist unbequem – Eine Herausforderung v. Ulrich L. Lehner

Der nette Opa? Der Kumpel Typ von nebenan? Der hilfreiche Onkel von nebenan? Ulrich Lehner nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise um herauszufinden, wer Gott wirklich ist. Dabei zeigt er, dass der christliche Gott keiner ist, den man in schlechten Zeiten um eine Therapiestunde bittet. Man spürt beim Lesen: Ja, dieser Gott ist unbequem – und deshalb begeistert und bewegt er. Ein spannendes, hochaktuelles Buch, das jeden dazu anregt, über seine Beziehung zu Gott nachzudenken und einen dazu bringt, sein Leben abwechslungsreicher zu gestalten.  weiterlesen... 

siehe auch
Neuerscheinungen Stand Juni 2019

Bücherei St. Paul

 

  

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