Was Bilder von Frauen über Frauenbilder verraten

Bildstarker Vortrag von Marieluise Gallinat-Schneider bei der kfd

Schwestern, Mütter, Heilige, Prophetinnen oder einfach biblische Frauengestalten standen im Zentrum eines spannenden Abends, zu dem die kfd St. Paul eingeladen hatte. Vortragende war die Bruchsaler Gemeindereferentin Marieluise Gallinat-Schneider, die unter dem Titel "Weibsbilder - biblische und heilige Frauengestalten in der Kunst" einen sehenswerten Bilderreigen präsentierte.

Quelle: Gerdi Bartelmetz / kfd St. Paul

 
Andrea Kohl von der Frauengemeinschaft hieß die zahlreichen Besucher sowie die Referentin in Vertretung von Cilly Rathgeb herzlich willkommen - und schon waren alle mitten im Thema: Erste Kontakte zur Kunst hatte Gallinat-Schneider bereits als vierjähriges Kind, als sie mit ihren Eltern in der Künstlerkolonie Worpswede zu Besuch war. Die Bilder z. B. von Paula Modersohn-Becker übten auf sie eine magische Anziehungskraft aus. Die Begeisterung für die Kunst war damit gelegt. 
Zu dem jetzigen Vortrag animiert wurde Marieluise Gallinat-Schneider von Annette Jantzens aktuellem Buch "Die ignorierten Frauen der Bibel". Aus dem Vorwort, das die bekannte Ordensfrau Philippa Rath geschrieben hat, zitierte die Referentin unter anderem, wie wichtig es ist, die übersehenen und marginalisierten Frauen in der Kirchengeschichte sichtbar zu machen. 
 

Quelle: Renate Deckers-Matzko


Das erste Bildbeispiel zeigte gleich unsere Pfarreipatronin Edith Stein im Freiburger Münster. Dort befindet sich auch ein weiteres Fenster, das ausschließlich Frauen gewidmet ist. Im weiteren Verlauf des Abends war dann auch ein Werk von der Barockmalerin Artemisia Gentileschi zu sehen, die dieses unter dem Eindruck von Gewalt gemalt hat, oder der sogenannte Frauenaltar des Künstlers Sieger Köder. Auf diesem sind Schwestern, Mütter und Prophetinnen abgebildet wie Rut, Eva, Maria und Elisabeth von Thüringen. Die Malerin Candace Carter hat ebenfalls einen Frauenaltar gestaltet. Dieser war beim Katholikentag in Karlsruhe 1992 ausgestellt. Auch ein Bild von der Kirche in Therwil in der Schweiz durfte nicht fehlen. Hier sind Frauen beim Teilen von Brot und Wein dargestellt. Sie erinnern an das letzte Abendmahl. Gemälde von Frida Kahlo und Angelika Kauffmann wurden ebenfalls thematisiert. Zu den Bildern wurden immer wieder passende Texte aus der Bibel vorgetragen.
 

Quelle: Andrea Kohl / kfd St. Paul

 
In ihrem Schlussteil ging die Referentin noch darauf ein, dass biblische Frauen oft Leid erfahren haben und Frauen prinzipiell häufig die Anerkennung fehlen würde, wobei es gerade in der Kirche ohne das Engagement von Frauen nicht funktioniere würde. Fazit: ein spannender und nachdenklich machender "Streifzug durch die Jahrhunderte – von Judith bis Mutter Teresa". 
 

Quelle: Gerdi Bartelmetz / kfd St. Paul

 
 
Text: Andrea Kohl
Fotos: Andrea Kohl, Gerdi Bartelmetz