Die Gemeinde St. Anton liegt im Südwesten Bruchsals. Sie umfasst heute gut 2000 Katholiken und bildet mit fünf weiteren Kirchen die
Seelsorgeeinheit St. Vinzenz, zu der knapp 10.000 Katholiken gehören.
Das noch relativ junge Stadtviertel wuchs rasch, als viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Heimat suchten. Nicht zuletzt dem tatkräftigen Einsatz vieler Gläubigen und der damaligen Geistlichen ist es zu verdanken, dass eine provisorische Notkirche in einer Fabrikhalle eingerichtet werden konnte. Im August 1953 begann der Bau des Siedlungskindergartens mit Saal, dem heutigen Bernhardus-Saal, der von da an als Notkirche genutzt wurde. Schnell wurde der Saal zu klein, so dass man an den Bau einer Siedlungskirche ging, die man bereits am 26.06.1955 feierlich einweihte. Zu ihrem Patron bestimmte man den heiligen Antonius von Padua, dem man den seligen Bernhard von Baden und die heilige Hedwig von Schlesien als Patronin der Heimatvertriebenen zur Seite stellte.
Die Kirche wurde 2008 umfassend renoviert und bietet heute Platz für rund 360 Gottesdienstbesucher. Während das große Chorfenster Szenen aus dem Alten Testament aufgreift, beziehen sich die Darstellungen der Chorwand auf Aussagen aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung (Kapitel 8,1-4). Darin wird Christus als das Lamm dargestellt, das unschuldig für die Sünden der Welt gestorben ist und sie dadurch erlöst hat. Das Geheimnis der Erlösung wird dabei mit dem paradoxen Bild umschrieben, dass die Erlösten ihre Gewänder im Blut des Lammes reinwaschen. Das Lamm bzw. Christus wird dafür von Engeln und den vier himmlischen Wesen, die auch symbolisch für die vier Evangelisten stehen, angebetet und mit Weihrauch geehrt.
Szenen des Leidensweges Jesu greifen die Kreuzwegstationen auf, die von dem bekannten Künstler Walter Habdank (1930-2001) angefertigt und am 7.12.1992 feierlich eingeweiht wurden. Seit dem 23.12.2003 erklingt die zweimanualige Orgel der Bad Mergentheimer Orgelbaufirma Franz Heissler wieder mit neuer Strahlkraft, nachdem sie von der Firma Karl Göckel (Heidelberg) generalsaniert und um 4 Register erweitert wurde, so dass sie nun über 24 klingende Register verfügt.
Direkt neben der Kirche befindet sich der 1954 eingeweihte und 1967 sowie 1992 erweiterte
Kindergarten St. Anton, der zuletzt 2008 umfassend saniert wurde. Heute betreuen 15 Erzieherinnen in 5 Gruppen bis zu 99 Kinder.