Feldkirchle

 

Das Feldkirchle im Bruchsaler Hirschmannsgrund

Es geht bergauf, durch Hohlwege und an Schrebergärten vorbei. An einem der schönsten und naturbelassenen Orte in Bruchsal wurde hier 1903 der Grundstein zum Feldkirchle gelegt. 

Nachdem die Kirche vom damaligen Stadtpfarrer Josef Kunz (1843-1925) feierlich eingeweiht wurde, konnten in den folgenden Jahren bis 1908 auch alle, insgesamt sieben Stationen vollendet werden. Auf einer Strecke von etwa 550m zeigen verschiedene Denkmäler prägende Ereignisse im Leben von Maria und Jesus. 
Die Bruchsaler selbst unterstützen die Finanzierung und somit den Erfolg dieses einzigartigen Projektes. Dies führte dazu,  dass diese in der Natur neu gewonnen Eindrücke eine Brücke zwischen dem Alltag und der Religion bauen konnte.
Leider wurde dieser besinnliche  Wanderweg und deren einzelnen Stationen über die Jahrzehnte des öfteren von Rückschlägen geprägt. Wetter- und Kriegseinfluss zerstörten die einzelnen Stationen, welche unter anderem von dem Bruchsaler Künstler Theo Diel bis zur Einweihung 1958 neu gestaltet wurden. 
Auch in der heutigen, immer schnelllebigeren Zeit wird dieser Weg als spiritueller Rückzugsort von vielen Spaziergängern genutzt. Nah am Bruchsaler Stadtrand und dennoch mitten in der Natur gelegen, lassen sich viele Wanderwege mit den Stationen rund um das Feldkirchle verbinden, um dem Alltag der Stadt zu entfliehen.
Im Rahmen der „72 Stunden Aktion“, einem Sozialprojekt des BDKJ (Bund deutscher  katholischer Jugend), haben die Bruchsaler Georgspfadfinder 2019 eine weitere Renovierungs- und Gestaltungsphase in der Geschichte des Bruchsaler Feldkirchle eingeleitet. Ziel war es, die etwas mehr als 100 Jahre alte Kapelle mit ihrer Geschichte zu erhalten und auch überregional in einem neuem Licht erscheinen zu lassen. 
Weitere Informationen zu den Pfadfindern aus Bruchsal finden Sie auf der Website der DPSG Stamm Christophorus www.dpsg.de
Bildquellen: Annette Göring, www.profoto-goering.de

Sie können einen interaktiven Rundgang durch die sieben Stationen mit hinterlegten Bibelversen, Interpretationen und weiteren Informationen erleben. Zusätzlich bieten wir Ihnen die Möglichkeit an, für alle Gelegenheiten einen Wanderweg auszuwählen, der diese sieben Stationen und das Feldkirchle selbst beinhaltet.
  

Bruchsal: Feldkirchle

Saubrunnen
76646 Bruchsal
 

Station 1

WEISSAGUNG SIMEONS
LUKAS 2, 34-35
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.
 
Kontext
Nach den Gesetzen, die der Herr Mose für sein Volk gegeben hatte, war eine jüdische Frau 33 Tage nach der Geburt ihres Sohnes unrein. Deshalb musste sie danach ein Reinigungsopfer im Tempel erbringen, um wieder rein zu werden. (Vgl. 3. Mose 12,5. Außerdem musste nach den Gesetzen jeder männliche Erstgeborene dem Herrn geweiht werden. (Vgl. 2. Mose 13, 2-12). Dazu waren Maria und Josef mit dem kleinen Baby Jesus im Tempel in Jerusalem. Simeon war ein alter, sehr gläubiger Mann, der zu dieser Zeit in Jerusalem lebte. Er wartete auf den Retter, der dem Volk Israel in der Schrift angekündigt wurde. Die Schrift, das sind die 5 Bücher Mose und die Bücher der Propheten, die sich auch im alten Testament der christlichen Bibel finden. Simeon wusste durch den heiligen Geist, dass er nicht sterben würde, bevor er diesen Retter gesehen hat. Auch war es der heilige Geist, der ihn an diesem Tag in den Tempel geführt hat. Simeon sieht die junge Familie und erkennt in Jesus den Retter auf den er wartet.
Deutung
Simeon sagt voraus, dass Jesu Botschaft zum Anstoß für viele wird und das Maria darunter leiden wird, weil sie als Mutter ihren Sohn so sehr liebt. Er ist vielen ein Ärgernis, weil er die Sünde, die Trennung zwischen Gott und den Menschen aufzeigt. Am deutlichsten wird dies in seinem Tod am Kreuz, wo er stellvertretend für die Sünde der Menschen mit dem Tod bezahlt. Diese Botschaft erfordert eine persönliche Entscheidung, wie Simeon sagt, denn wer Jesus als Retter erkennt wie Simeon und glaubt, dass Jesus auch für seine Sünden am Kreuz gestorben ist, der wird mit Gott versöhnt. Wer dies aber nicht glaubt, bleibt für immer von Gott getrennt.

Gebetsanliegen
Bete für alle Menschen, die vor dieser Entscheidung stehen, dass Gott ihnen den Glauben schenkt.
 

Station 2

FLUCHT NACH ÄGYPTEN
MATTHÄUS 2, 13
Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
 
 
Kontext
Bei Jesu Geburt hatten die Sterndeuter aus dem Osten den hellen Stern aufgehen sehen. Da sie wussten, dass dieser bedeutete, dass ein neuer König geboren wird, suchten sie diesen zuerst am Königshof in Jerusalem. So erfuhr der amtierende König Herodes von der Geburt Jesu. Da er Angst um seine Macht hatte, wollt er den neuen König töten. Er bat die Sterndeuter ihm zu berichten, wo der neue König zu finden sei, wenn sie ihn gefunden hatten. Er gab vor, ihn auch begrüßen zu wollen. Den Sterndeutern befahl Gott aber im Traum Herodes nicht zu berichten. Deshalb gingen sie einen anderen Weg nach Hause. Als Herodes bemerkte, dass er von den Sterndeutern keine Nachricht bekommen würde, ließ er all kleinen Jungen unter 2 Jahren umbringen. Er wusste von den Sterndeutern ja, dass Jesus in diesem altern sein musste.
Deutung
Maria muss mit ihrer Familie aufbrechen in ein fremdes Land. Sie werden zu Flüchtlingen. In der Heimat können sie nicht bleiben, da Jesus dort der Tod droht. Aber Maria vertraut mit ihrem Mann Josef auf die Führung Gottes, und darauf, dass er es gut mit Ihnen meint, sie nach Ägypten zu schicken. Dieser Aufbruch in die Fremde erfordert schon von Erwachsenen viel Mut und Vertrauen, aber wie viel mehr muss es Maria gekostet haben, mit ihrem hilflosen kleinen Kind diesen Aufbruch zu wagen. In diesem Vertrauen auf Gottes Wort kann Maria uns zum Vorbild werden.

Gebetsanliegen
Bete für Menschen auf der Flucht, vor allem für die, die mit kleinen Kindern auf der Flucht sind, wie damals die heilige Familie. Bete für Schutz auf ihrem Weg.

Bete für verfolgte Christen, die wegen Ihres Vertrauens auf Jesus auf der Flucht sind. Bete für die Stärkung ihres Vertrauens und für Schutz.
 

Station 3

12-JÄHRIGER JESUS IM TEMPEL
LUKAS 2, 48
Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
 
Kontext
Maria und Josef gehen mit Jesus jedes Jahr zur Feier des Passah-Festes nach Jerusalem. Dazu waren sie mehrere Tag zu Fuß unterwegs. Als Jesus 12 Jahre alt ist, ist er vor der Rückreise verschwunden oder abgehauen? Maria und Josef dachten er wäre mit Verwandten in einer anderen Reisegruppe schon voraus gegangen. Am ersten Abend haben sie dann aber bemerkt, dass er dort nicht war. Sie haben sich großes Sorgen um Ihn gemacht. Jesus aber ist im Tempel geblieben und hat den Gelehrten zugehört und ihnen Fragen gestellt. Dies waren sehr verwundet, was dieser Junge schon alles verstand und wusste. Erst nach 3 Tagen suchen fanden seine Eltern ihn im Tempel. Sie verstanden nicht, warum er dort geblieben war.
Deutung
Die Sorgen der Eltern über den verschwundenen Sohn sind sehr verständlich. Jesus ist schon in seinem Jungen Alter vom heiligen Geist erfüllt und weiß, dass er im Haus seines himmlischen Vaters, im Tempel sein soll. Maria und Josef können, dass aus ihrer menschlichen Sicht nicht verstehen. Manchmal fällt es auch uns schwer, Gottes Plan zu verstehen und menschliche Sorgen dominieren unsere Gedanken und Gefühle.

Gebetsanliegen
Bete für Menschen, die in Sorge sind, dass sie Gottes Plan erkennen und ihm folgen können.
 

Station 4

MARIA AM KREUZWEG
Klagelieder 1, 12
Ihr alle, die ihr des Weges zieht, schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz, den man mir angetan, mit dem der HERR mich geschlagen hat am Tag seines glühenden Zornes.
 

Kontext
In der Bibel wird berichtet, dass Jesus nach seiner Verurteilung zum Tod am Kreuz das Kreuz durch Jerusalem aus der Stadt hinaus auf den Berg Golgatha schleppen musste, wo er hingerichtet wurde. Von einer Begegnung mit Maria wird nicht direkt berichtet. Da aber berichtet wird, dass sie am Kreuz war, hat sie bestimmt ihren Sohn auch auf dem Weg gesehen. Der Bibelvers zu Station stammt aus dem Buch der Klagelieder des Propheten Jeremia aus dem alten Testament. Dort beweint er den Untergang Jerusalems wegen seiner Sünde.
Deutung
Damit ist das Buch der Klagelieder eine Vorausschau darauf, dass Jesus für unsere Sünden in Jerusalem leidet. Maria sieht dies mit an und leidet mit. Es erfüllt sich die Weissagung Simeons, dass Maria leidet, weil sie ihren Sohn leiden sieht, der den Hohepriestern so zum Anstoß geworden ist, dass sie ihn zum Tode verurteilen ließen. Aber Maria ist auch in dieser schweren Situation bei ihrem Sohn.

Gebetsanliegen
Bete für Menschen in schwierigen und schmerzvollen Situationen, dass auch Sie Beistand erfahren.

Bete für dich selbst, dass du für andere solch ein Beistand werden kannst.
 

Station 5

MARIA UNTER DEM KREUZ
JOHANNES 19, 25
 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
  


Kontext
Nicht von vielen Menschen aus dem engeren Umfeld Jesus wird berichtet, dass sie am Kreuz stehen. Aber Maria ist dort. Sie ist dabei während ihr Sohn einen qualvollen Tod am Kreuz stirbt.
Deutung
Maria verlässt ihren Sohn auch in der schweren Stunde seitens Todes nicht. Sie bleibt Treu bei ihm, auch wenn sie selbst nur Hilflos dabei stehen kann und es sie unglaublich schmerzt ihren Sohn so zu sehen. In ihrer Treue kann sie uns Vorbild sein.

Gebetsanliegen
Bete, um Treue und Durchhaltevermögen auch in schwierigen Situationen.
 

Station 6

PIETA
KLAGELIEDER 2, 13
Wie soll ich dir zureden, was dir gleichsetzen, Tochter Jerusalem? Womit kann ich dich vergleichen, wie dich trösten, Jungfrau, Tochter Zion? Ja, dein Zusammenbruch ist groß wie das Meer, wer kann dich heilen?
 
 

Kontext
Nach Jesu Tod bittet Josef aus Arimathäa darum den Leichnam Jesu vor dem Sabbat vom. Kreuz abnehmen und beerdigen zu dürfen. Die Situation, dass Maria ihren töten Sohn im Arm hält ist nicht direkt berichtet. Aber dass sie bei der Abnahme vom Kreuz und der Grablegung dabei war. Der Vers zu dieser Station ist wieder aus den Klageliedern Jeremias.
Deutung
Die Darstellung des Toten Jesus in Marias Schoß spannt einen Bogen über sein Leben. Aus ihrem Schoß kam er in diese Welt und dort ist er auch wieder am Ende seines Lebens auf dieser Erde. Dies zeigt wie wichtig Maria in der ganzen Geschichte Jesu ist. Und gleichzeitig zeigt es die Tiefe Trauer Marias um ihren Sohn. So kann diese Bild auch ein Trost für Trauernde sein.

Gebetsanliegen
Bete für Menschen, die trauern, dass sie getröstet werden.
 

Station 7

GRABLEGUNG JESU
LUKAS 23, 55
Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde.
 
Kontext
Nach Jesu Tod bittet Josef aus Arimathäa darum den Leichnam Jesu vor dem Sabbat vom. Kreuz abnehmen und beerdigen zu dürfen.
Deutung
Maria geht mit ganz bis zum Ende. Sie muss Abschied nehmen von ihrem Sohn. Und alles, was er in seinem Leben verkündet hat, scheint sinnlos zu sein, weil Jesus tot ist.
Aber Jesus ist nicht im Grab geblieben. Er ist auferstanden und hat den Tod besiegt. Damit schenkt er allen, die an ihn glauben ein neues ewiges Leben.
 
 

Wanderwege

KLEINE RUNDE SAUBRUNNEN

  
 
 
 

Wanderwege mit Kinderwagen

KLEINE RUNDE KINDERWAGEN


Der Inhalt wurde in Zusammenarbeit mit der SE St. Vinzenz, ProFoto GOERING und den Pfadfindern der DPSG Bruchsal im Rahmen der 72h Aktion 2019 entstanden.
Bilder: Roland Sand