Buchvorstellung von Werner Schnatterbeck bei der kfd
Man kennt ihn als eindrucksvollen Referenten, jetzt lässt er als Autor "getrost die Spatzen pfeifen": Werner Schnatterbeck präsentierte jetzt sein aktuelles Buch, las auch selbst einige Passagen und stellte sich den Fragen des Publikums - und zwar gleich doppelt. Zum einen bei einer Buchvorstellung, die das katholische Bildungswerk der Pfarrei Edith Stein im Vinzentiushaus Bruchsal mit anschließender Signierstunde organisierte. Und bereits zuvor bei der Katholischen Frauengemeinschaft im Pfarrsaal von St. Paul.
Gut 50 Zuhörerinnen und Zuhörer konnte die kfd-Vorsitzende Cilly Rathgeb trotz hochsommerlichen Temperaturen im Pfarrzentrum St. Paul willkommen heißen. Mit den Worten: „Wir sind die Ersten, die aus seinem neuen Buch hören werden“, begrüßte sie herzlich Prof. Werner Schnatterbeck, den Autor von "Getrost die Spatzen pfeifen lassen" sowie Raimund Glastetter, der den Abend musikalisch umrahmte und auch gleich mit einem Musikstück schwungvoll begann.
Quelle: Reinhilde Kneis / kfd St. Paul
Schnatterbeck bedankte sich für die Einladung bei der kfd St. Paul und würdigte deren vielfältige Arbeit. Vor drei Jahren war Prof. Schnatterbeck schon einmal zu Gast bei der kfd St. Paul, damals referierte er über Viktor E. Frankl, den Wiener Arzt, Psychiater, Philosophen und Überlebenden der NS-Deportation. Deshalb begann er seinen jetzigen Vortrag ebenfalls mit Frankl und ließ ein Interview mit Dr. Elisabeth Lukas (der bekanntesten Schülerin Frankls) abspielen. Hier ging es unter anderem um die urmenschliche Sinnfrage. Jahrzehntelang hat sich Schnatterbeck intensiv mit Leben und Werk Frankls auseinandergesetzt. Jetzt konnte er seinen damaligen Vortag gewissermaßen abrunden.
Raimund Glastetter, ein langjähriger Freund von Werner Schnatterbeck, spielte als Nächstes „Memory“, da das neue Buch der Vergangenheit gewidmet ist. Nun ging es mit Bruchsaler Lokalkolorit weiter. So hat das Vorwort zu dem Buch Prof. Hajo Kurzenberger geschrieben. Werner Schnatterbeck hat ihn nach 50 Jahren wiedergetroffen, als dieser in seine Heimatstadt zurückkam. Kurzenberger und er kennen sich aus ihrer Kindheit und Jugend, als sie etwa gemeinsam bei den Ministranten waren. Die vorgelesenen Texten wurden dabei mit entsprechende Bilder untermalt.
Quelle: Reinhilde Kneis / kfd St. Paul
Der nächste Teil war dann der Familie gewidmet: Der Autor stammt aus einfachen Verhältnissen. Der Vater war nach dem Krieg Briefträger und die Familie bewohnte eine 1-Zimmer-Wohnung über der Post. Die Kindheit war davon geprägt, dass die Familie mit wenig Geld auskommen musste. Die Oma hatte ein Milchhäusle, welches in einem Holzschuppen in der Nähe des Schlosses untergebracht war.
Seine Tante hatte einen Friseur aus München geheiratet und betrieb mit diesem ein erfolgreiches Friseurgeschäft in Schwabing. Er war oft mit seiner Oma dort zu Besuch. Da deren Ehe kinderlos blieb, hofften Tante und Onkel, dass er Friseur wird und das Geschäft übernimmt - was aber bekanntlich nicht geschah.
Im nächsten Teil berichtete der Autor über Schätze im Bücherregal. Er selbst hat nämlich eine vierstellige Zahl in seiner Bibliothek und ihn beschleichen Schuldgefühle, wenn kein Platz mehr im Regal ist, er sich von es etwas trennen soll und ein Buch in die Papiertonne soll. Schließlich kann anhand von Büchern die eigene Lebensgeschichte nachvollzogen werden. Heute seien Bücher bei Kindern und Jugendlichen nicht mehr so gefragt. Dabei ist Lesen die Voraussetzung dafür, was wir Bildung nennen, so der Autor. In seinem Buchregal befindet sich z.B. auch ein Buch von Hans Schnatterbeck, der im 16. Jahrhundert den bekannten aus Laub- und Nadelholz geschnitzten Flügelalter in Niederlana (Südtirol) schuf und auch Stadtrat wie er selbst war. Ferner berichtete Werner Schnatterbeck über einen Theaterabend mit seiner Frau in Karlsruhe und das Programmheft, das er noch heute aufbewahrt: „Gert Fröbe. Morgenstern am Abend“ und zur großen Verwunderung kam wirklich Fröbe persönlich. Er hätte nicht gedacht, dem „Bösewicht Mr. Goldfinger“ so nahe zu sein. Mit dieser Anekdote beendete Werner Schnatterbeck nach gut 60 Minuten einen äußerst kurzweiligen Streifzug durch sein Buch; Gastgeberin Cilly Rathgeb und das interessierte Publikum können die Lektüre nur weiterempfehlen.