Abschied, der in die Zukunft weist

31.05.2025 | Christi Himmelfahrt 2025 in St. Anton und Paul-Gerhardt

Heute an Christi Himmelfahrt feiern wir einen großen Abschied: den Abschied Jesu von seinem irdischen Leben. Back to the roots, sozusagen zurück zu seinen Wurzeln, dahin, wo er hergekommen ist.
40 Tage hat er versucht seinen Jüngern diesen Abschied leicht zu machen. Hat ihnen gezeigt, dass er lebt, dass alles was er ihnen beigebracht hat nun nicht Vergangenheit ist, sondern Zukunft. So einfach aber begreifen die Jünger es damals nicht und so einfach begreifen wir es auch heute nicht. Jeder Abschied ist für uns wie ein kleiner Tod, so drückt es Diakon Wilhelm in seiner Predigt aus. Und jeder, der schon hat Abschied nehmen müssen oder der weiß, dass ihm ein Abschied bevorsteht, weiß genau wovon er spricht.
Umso berührender ist die Erkenntnis, dass wir an Christi Himmelfahrt einen Abschied feiern, der in die Zukunft weist. Deshalb feiern wir auch nicht einfach nur Abschied, sondern wir warten sehnsüchtig darauf, dass uns der von Jesus verheißene Geist erfüllt und uns die Fähigkeit gibt, diese großartige Nachricht in die Welt zu tragen.

Heute an Christi Himmelfahrt fangen wir damit an. Alle Gemeinden von St. Vinzenz sind hier versammelt und erhalten diesen wichtigen und wunderbaren Auftrag. Ja, heute können wir Jesu Himmelfahrt feierlich begehen, anders als die Jünger damals, denn wir wissen ja, dass unser Weg mit Jesus weitergeht und wir wissen um seinen Auftrag.
Die Menschen, die gekommen sind, die Anzahl der Ministranten, die drei Zelebranten Pfr. Benedikt Ritzler, Pater Dieudonne und Diakon Bernhard Wilhelm, eine festliche Auswahl der Lieder von der Gruppe Vox Dei gesungen und begleitet, all dies lässt ein „weiter miteinander im Glauben“ spüren.
Aber ist es damit getan, ist das der Auftrag von Christi Himmelfahrt einfach nur ein weiter so? So lautet die Frage, die Diakon Wilhelm an die Gemeinde stellt. Müssen wir nicht vielmehr unseren Glauben hinterfragen müssen wir nicht auch Abschied nehmen von unserem Kinderglauben und mutig dem Auftrag Jesu folgen. Ihn und seinen Auftrag ernst nehmen. Dabei brauchen wir uns nicht auf die eigene Kraft verlassen, sondern auf den Geist Gottes und seinen Segen.
 
Im Anschluss an den Gottesdienst findet in der Nachbargemeinde Paul Gerhardt traditionell ein ökumenisches Picknick statt. Spätestens hier ist der verbindende Geist Gottes zu spüren.
 
Text: Erika Gerken
Fotos: Erika Gerken und Roland Sand